Fragen zum Appell

 
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Datenkompetenz - was heisst das genau?

Datenkompetenz («data literacy») umfasst die Fähigkeiten, Daten auf kritische Art und Weise zu sammeln, zu managen, zu bewerten und anzuwenden.

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Wer kann unterschreiben?

Unterschreiben kann jeder/jede, der/die sich bewusst ist oder wird, dass wir uns als Gesellschaft für mehr Datenkompetenz einsetzen wollen und müssen und möchte, dass die dazu nötigen politischen und finanziellen Grundlagen gelegt werden.


Da es sich bei diesem Appell nicht um eine formal vorgegebene politische Initiative o.ä. handelt, sondern um einen breiten Volksaufruf, gilt für diesen Appell keine Altersgrenze.


Um den Appell zu unterschreiben muss man nicht in der Schweiz stimmberechtigt sein und auch nicht einen permanenten Wohnort oder Arbeitsort in der Schweiz haben. Wir sind aber dankbar, wenn bei der Unterschrift auch ein Wohn- oder Arbeitsort angegeben wird.

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Warum betrifft mich das?

Es geht in diesem Appell nicht um fachspezifische Datenkompetenz in Statistik oder in der Coronavirus-Pandemie. Es geht auch nicht darum, Kritik zu üben an irgendwelchen Instanzen. Es geht darum, dass wir uns kollektiv bewusst werden, wie sehr unser Leben durch immer mehr Daten mitbestimmt und mit gesteuert wird.

Als Produzenten von Daten geben wir tagtäglich Daten preis, von denen wir nicht wissen, ob, wo und wie sie verwendet werden. Als Konsumenten von Daten werden wir alle tagtäglich mit immer mehr Daten und Statistiken aus allen Fach- und Lebensbereichen überhäuft. Wir müssen unbedingt die Schlüsselkompetenzen erhalten und pflegen, wie wir mit diesen Daten und Statistiken sinnvoll umgehen (sollten) – sei es in unserem persönlichen Leben (mit z.B. verschiedenen Gesundheits-Applikationen, in der Nutzung von sozialen Medien aber auch als Gesellschaft. Dazu brauchen wir mehr Datenkompetenz als den meisten von uns bisher übermittelt wurde.

Der Appell dient dazu, dass wir alle, dank der politisch gelegten Basis und Mitfinanzierung mit öffentlichen Geldern über Medien und verschiedene Bildungs- und Ausbildungsprogramme einen bewussteren Umgang mit Daten allgemein, aber auch mit sensiblen persönlichen Daten entwickeln können.

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Datenkompetenz im Kindergarten - wie soll das gehen? 

Das Grundverständnis, dass Daten etwas Wertvolles und Schützenswertes sind, muss und kann von klein an einfach vermittelt werden. Immer früher kommen Kinder schon mit digitalen Medien in Kontakt und müssen dieses Bewusstsein entwickeln. Kinder fragen immer wieder «warum», und diese Einstellung müssen sie auch in Bezug auf Daten und Statistiken früh erlernen. Warum braucht zum Beispiel diese App Zugriff auf die Bilder? Warum ist diese App gratis? Warum dünkt mich diese Statistik komisch? Warum werden diese Daten verwendet? Warum wird diese Statistik verwendet? Warum kann ich der Datenquelle nicht trauen?

 

Ebenso wichtig ist es, früh zu lernen, wie Daten korrekt gesammelt, geteilt, untersucht, ausgewertet und mitgeteilt werden können und sollen, damit wir sie als Gesellschaft zum Wohle aller nützen können, um Projekte und Entwicklungen angemessen beurteilen und verbessern können.

 

Ebenfalls wichtig ist zu verstehen, dass Daten uns manchmal nicht Antworten auf alle Fragen liefern oder ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit abgeben können. Diese Grundlagen können spielerisch und altersgerecht übermittelt werden.

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Warum lancieren ÄrztInnen und StatistikerInnen gemeinsam einen Appell an die Bevölkerung und an die Politik?

Historisch gesehen waren die ÄrztInnen im 19. und 20. Jahrhundert in verschiedenen Regionen politisch sehr engagiert bei der Einführung der Schulen zur Alphabetisierung der Bevölkerung. Ebenfalls engagiert sich die Ärzteschaft seit Jahrzehnten für die Wissensübermittlung und Schulung von PatientInnen (Gründung verschiedener Gesundheitsligen u.ä.) und die Stärkung der Patientenautonomie bei partnerschaftlichen Therapieentscheidungen.

Statistiker weisen ihrerseits seit Anfang des 20. Jahrhunderts darauf hin, dass ein statistisches Grundverständnis und Kenntnisse im Umgang mit Daten grundlegend sind für eine aufgeklärte Mitsprache mündiger Bürgerinnen und Bürger in demokratischen Gesellschaften. Die Digitalisierung hat den Stellenwert der Verarbeitung und den Gebrauch von Daten in den letzten Jahrzehnten massiv vorangetrieben, insbesondere auch im Gesundheitswesen. Unser gesellschaftliches und individuelles Datenverständnis und unsere Datenkompetenz hinken dieser Entwicklung aber leider massiv hinten nach.

Eine fundierte gesellschaftliche Datenkompetenz ist heutzutage aber wie Lesen und Schreiben unverzichtbar für den Erhalt der Grundwerte unserer demokratischen Gesellschaft wie Freiheit, Gleichberechtigung, Mitbestimmungsrecht und Teilhabe. Mit der Lancierung dieses Appells nehmen Ärzte und Statistiker ihre gesellschaftliche Verantwortung diesbezüglich wahr.

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Was soll der Appell bewirken und wozu verpflichtet mich meine Unterschrift?

Mit dem Appell soll einerseits ein breites Bewusstsein für die dringend notwendigen Verbesserungen unserer gesellschaftlichen Datenkultur in unserer Bevölkerung geweckt werden. Andererseits soll der Appell dazu dienen, eine sinnvolle Grundlage für eine nachhaltige nationale Datenkultur auf politischer Ebene zu legen. 

Mit Ihrer Unterschrift bestätigen Sie, dass Sie dieses Anliegen unterstützen. Ihr Name/Vorname, Ort, allenfalls Berufs/Funktion wird entsprechend auf der Liste aufgeführt und publiziert. Ihre Angaben werden für keinen anderen Zweck verwendet.

 

Falls Sie den Appell unterstützen möchten, ohne dass Ihr Name aufgeführt wird, bitten wir Sie, dies entsprechend zu vermerken. Für Sie entsteht keine weitere Verpflichtung durch die Unterstützung dieses Appells.

In einem zweiten Schritt sollen interprofessionelle Projekte im Bereich «data literacy» national und international verknüpft und einfacher zugänglich und sichtbar gemacht werden. Falls Sie an einer Zusammenarbeit oder Vernetzung interessiert sind, bitten wir Sie um entsprechende Mitteilung unter info@kka-ccm.ch. Besten Dank!

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Warum wird der Appell mit der Coronavirus-Pandemie verknüpft?

Die aktuelle Coronavirus-Pandemie hat die Defizite unseres individuellen und auch gesellschaftlichen Umgangs mit Daten in seltener Deutlichkeit auf verschiedenen Ebenen sichtbar werden lassen. Da diese Pandemie niemanden unberührt lassen kann, sei es aufgrund der erlassenen Einschränkungen der persönlichen Freiheiten, sei es wegen finanziellen Einbussen oder Erkrankungsfällen im eigenen Umfeld, schien es uns wichtig, etwas Positives aus dieser schweren Krise ziehen zu können.


Wenn wir aufgrund der aktuellen Krise das kollektive Bewusstsein für das lange unbeachtete Datenkompetenzproblem wecken und Lösungsansätze erarbeiten und implementieren können, um dieses anzugehen, könnten wir so zumindest eine lange überfällige und wichtige Entwicklung in unserer Gesellschaft einleiten.